1 Jahr Buchblog letterundpress

Heute vor einem Jahr ist der erste Beitrag in meinem Buchblog letterundpress online gegangen. Es war für mich ein Interessantes Jahr und in vieler Hinsicht sehr lehrreich. Ich möchte meine Erfahrungen in diesem Beitrag zusammenfassen. Was konnte ich von meinen Vorhaben umsetzten? Was werde ich in Zukunft anders machen?

Ich hatte mir vorgenommen in dem Blog über das Suchen und Finden spannender und besondere Bücher zu berichten. In dem ersten Jahr sind 20 Beiträge erschienen. Also habe ich viel gelesen, ich lese ja mehr Bücher als die, über die ich schreibe, und davon eine Auslese an besonderen Büchern vorgestellt. Ich beschrieb, wie ich zu den Büchern gekommen bin und warum ich sie für mein Blog ausgewählt habe.

Über die Hälfte der Beiträge war über Bücher aus unabhängigen Verlagen, denen mein besonderes Interesse gilt und für die es eine eigene Kategorie gibt. Unabhängige Verlag sind enorm wichtig, weil sie sich oft spezifischen Themen widmen, und unkonventionellen Stimmen Raum geben und Übersetzungen aus kleineren Ländern herausbringen und somit Autoren/innen der Länder erst sichtbar machen, die man sonst übershen würde. So konnte ich z.B. die Werke von Jeremy Reed, Dragica Rajčić Holzner, Siegfried Pitschmann und Hervé Guibert entdecken.

Ich wollte über Neuerscheinungen, aber vor allem auch über Bücher, über die Mode schon hinweggegangen ist oder die nie Mode waren und denen ich mehr Aufmerksamkeit wünsche, berichten. Auch das habe ich eingelöst und so gibt es die Kategorie Wiederentdeckt und Wiedergelesen, die den größten Teil der Beiträge ausmachen. Dort waren es Beiträge über Bücher aus der Backlist, zum kleinen Teil auch vergriffene Bücher. Manche Bücher waren im Wahrsten Sinne ihrer Publikationsgeschichte, wie zum Beispiel Siegfried Pitschmanns „Erziehung eines Helden, das zu Lebzeiten des Autors nicht erscheinen konnte, oder wie Brigitte Reimann, die als Autorin wiederentdeckt wurde und deren Roman „Die Geschwister“ neu herausgeben wurde, nachdem ein Manuskript des Romans bei Renovierungsarbeiten gefunden wurde. Die Geschichte der Literatur ist voll solcher Geschichten, was es auch immer spannend macht. Zum Teil habe ich Bücher wiedergelesen, die ich beim ersten Lesen sehr geschätzt hatte und die ich mir nun für den Blogbeitrag nochmals vorgenommen hatte.

Das Schreiben über Bücher hat mein Lesen geschärft, ich lese mit größerer Aufmerksamkeit und beschäftige mich mehr mit den Büchern und Autoren/innen. Manche Bücher, die ich bereits kannte, habe ich nochmals gelesen. Die Bücher klingen auch länger nach. Und es ist spannend zu erforschen, genau zu schauen, wie die Bücher gemacht sind. Ich werde es beibehalten, viel und breit zu Lesen, um insgesamt einen guten Überblick über die Literatur und das Werk einzelner Autoren/innen zu haben. Ich möchte auch weiterhin zum reinen Genuss lesen. Manches Buch mag ich nicht vorstellen, auch wenn es gut gemacht ist, manches kann ich nicht vorstellen.

Besonders dankbar bin über die herausfordernden Bücher wie Michel Friedman „Fremd“, Dinçer Güçyeter „Unser Deutschlandmärchen und Andrew Solomon „Weit ab vom Stamm. Das waren Bücher, durch die ich mich ein Stück weit besser kennenlernen konnte, etwas Neues erfahren habe und/oder mir eine Meinung bilden konnte. Ich zeihe aber auch Genuss aus Büchern, bei denen das primär nicht der Fall ist, die aber eine neue Welt eröffnen wie Kobo Abe „Die Frau in den Dünen“ oder bei Büchern bei denen ich die Sprache bewundere wie bei bei Kae Tempest Running upon the wires, Vibrationen“und Jeremy Reed „Beach Café.

Wo ich völlig gescheitert bin, ist beim Timing der Beiträge. Neuerscheinungen wie z.B. Dinçer Güçyeter „Unser Deutschlandmärchenoder Emmanuel Carrère „V13. Die Terroranschläge in Paris. Gerichtsreportagestanden lange auf meiner Leseliste bevor ich sie gelesen habe. Oder ich hatte schon einen Beitrag zu Jon Fosses Heptalogie Band I-II und wollte noch die anderen Bände lesen, als Jon Fosse dann den Nobelpreis für Literatur verliehen bekam. Die Bücher haben dann viel Medienaufmerksamkeit bekommen und ich habe erst Beiträge über sie veröffentlicht als die Aufmerksamkeit schon wieder am Abklingen war. Zum einen hatte das die Konsequenz, dass ich bei der Veröffentlichung der Beiträge zu spät dran war. Zum anderen konnte ich mich nicht völlig von der Berichterstattung freimachen und hatte dann das Gefühl, dass zu den Titeln bereits schon viel gesagt wurde und ich auch die Meinungen über die Bücher schon kannte. Aber ich habe mich entschieden, trotzdem über diese Bücher zu schreiben, weil sie mir gefallen haben. Und ich möchte auch im Umkehrschluss keine Bücher ausschließen, nur, weil sie Preise gewonnen haben oder viel Aufmerksamkeit bekommen. Zudem kann ich durch Preise und Berichterstattung auch Titel entdecken, auch wenn dies nicht meine primären Kriterien für die Auswahl bei Bücher sind. Ich habe mir vorgenommen in Zukunft das Timing bei den Beiträgen nicht groß zu beachten. Die Bücher, die ich vorstellen werden, werden ihre Zeit haben und wichtiger als die Aktualität der Beiträge soll ihre Qualität sein.

Zu dem, was ich beim Erstellen des Blogs und der Beiträge gelernt habe, ist die Arbeit daran immer noch mit sehr viel Spass verbunden und Energie freisetzt. Es ist eine spannende Art meine Kreativität auszudrücken. In Zukunft möchte ich auch mehr experimentieren. Beim Erstellen der Fotos der Bücher habe ich schon damit begonnen, verschiedene Hintergründe auszuprobieren. Ich möchte mich auch vermehrt mit Autoren/innen auseinandersetzen, und nicht nur ein Buch aus dem Werk besprechen, sondern auch mehrere. So wie ich es zum Beispiel bei Dragica Rajčić Holzner und dem Leseprojekte Brigitte Reimann bereits ausprobiert habe. Und auch vielmehr Bücher zueinander in Beziehungen setzen, die ein gemeinsames Thema haben.

Begleiten Sie mich weiter auf der Reise. Und lassen Sie mir gerne ein Kommentar dar, oder schreiben Sie mir auf Instagram. Ich freue mich immer über Feedback.

Photo by Isabella Fischer on Unsplash

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